Minimore, die E-Book Boutique

Minimore.de. Ein hübscher, kleiner Internet-E-Book-Shop zum Stöbern, Entdecken und Wiederfinden. Gut sortiert, die Tipps machen mir Spaß, insofern ist es für mich eine Freude, sich umzuschauen. Große Empfehlung zwischen den Jahren.

Wenn ich jetzt noch Weihnachtsgeschenke einkaufen müsste …

… und alle meine Freunde, Verwandten und die, die ich sonst noch beschenken müsste, E-Reader hätten, leider Konjunktiv, und es würde irgendeine Zauber-App geben oder einen elektronischen Bookstore, den ich vielleicht noch nicht fandder meine Käufe  meinen Freunden, Verwandten  usw. , per Klick als Download aushändigt, dann wäre ich glücklich.

Verschenken würde ich (so auf die Schnelle, da geht noch viel mehr):

Sebastian Christ, Berliner Asphalt, Geschichten von Menschen in Kiezen, Miktrotext Verlag, ca. 100 Seiten, 1,99 Euro
Stefan Beuse, Warten auf die Löwen, Storys, VÖ: 10/2013, 47 Seiten, 2,99 Euro

und

Die letzte Nacht des Matze Blitz, Zauberberg Verlag, VÖ: 25. 02.2015

 

Mein Schlaraffenland gibt es noch nicht. Ich werde aufstehen müssen.

Leipziger Buchmesse: Der Indie-Autor-Preis 2015

Seit 2013 haben Self-Publisher auf der Leipziger Buchmesse ihren eigenen Preis.  Auch dieses Jahr hat die Leipziger Buchmesse in Kooperation mit der  Self-Publisher-Plattform Neobooks den Indie Autor Preis 2015 ausgelobt. Es soll  das beste E-Book gekürt werden, wobei sich die Kriterien auf zwei Säulen stützen: einem gelungenem Marketing und inhaltliche Qualität.

Einreichen können Autoren, aber auch Leser, die für ihr SP-Lieblingsbuch voten möchten. Kategorien wie Sach- oder Kinderbuch existieren nicht, eine Jury wird eine Shortlist erstellen, für die dann gevotet werden kann. Demnach kann gewonnen werden: Der Community-Preis, Gewinner aus den Votings der Shortlist und der Indie-Autor-Preis.

Ende der Bewerbungsfrist: 23.01.2015

Wann steht der Gewinner für den Indie-Autor-Preis 2015 fest? Am 10.03.2015.

Wann ist die Preisverleihung? Am 14.03.2015.

#Weihnachten14, Nr. 3, Nachtigall im Winter, von Ralph B. Mertin

Nachtigall im Winter, Thriller, Ralph B. Mertin, Knaur eBook, 2014,  4,99

Harry Brydan, Journalist, alkoholkrank, beschattet eine Gruppe von achtzehn überaus erfolgreichen Männern. Der Reporter kannte die Männer schon, als sie noch allein gelassene, verwahrloste Jungs eines deutschen Waisenhauses waren. Rund um den Erfolg der Kriegswaisen wittert Brydan, dessen Schicksal mit den Männern durch einen Unfalltod verknüpft ist, ein Geheimnis, dass es zu lüften gilt.

Im Schlepptau hat Harry einen Mann, einen Ex-Sträfling, der  ihm die Geschichte der jetzigen Wirtschaftsmagnaten erzählt. Das ist die Klammer.

Rückgriff, Einsetzen der Spielhandlung. Anfang der 50er Jahre in Deutschland, Ort: die Königspfalz. Nach 1945 sollten die Kriegswaisen dort einen temporären Unterschlupf finden, mittlerweile lungern sie dort wie vergessen herum, werden gedemütigt und gequält von einem Internatsleiter, sie vollenden die Erniedrigungen auch gegenseitig.

Da betritt ein neuer Lehrer, Choran, das Internat. Flugs schmiedet er die Jungs zu einem Kader,  gibt ihnen ein Ziel, bietet Zusammenhalt, Schutz. Das ist die Grundsituation, die ich sehr interessant finde, die Ausarbeitung gefällt mir gut; orientierungslose Jugend, eine Autorität, die es vorgeblich gut mit den Kindern meint. Für mich hat sich der Sog des Weiterlesens über die gut ausgearbeiteten Figuren ergeben, deren widerstreitende Wünsche und Ziele. Chris und Felix, die Pfeifferzwillinge, Alexander und Martin. Es ist ein großes Ensemble, dass der Autor versammelt und die Szenen, in denen die Kinder zu Wort kommen, sind die, die mich am stärksten beeindruckt haben.

Eine Einschränkung: Den stark erzählenden Strang um die Herkunft des Lehrers Chorans Herkunft empfand ich als einen Ausflug in ein anderes Genre, nämlich in das der Fantasy. Ich hatte ich Probleme, mit der Geschichte mitzugehen, denn in einer realistischen Geschichte erwarte ich  Nachprüfbares.

 Fazit: Für mich ist die Nachtigall im Winter , erschienen bei Knaur eBook, präzise, mit einer starken Haupthandlung und  vielen Subplots, ob zu viel, ist Geschmackssache. Die ‚Mädchen in Uniform‘ oder ‚Der junge Törless‘; sie leben in Internaten, dominiert von Persönlichkeiten, die sich im Zwielicht des menschlichen Seins aufhalten. Zwänge und Destruktionen bestimmen ihren Alltag. Ein starkes Sujet für einen Roman, der einiges kann und viel hält.

Und – lieber Ralph B. Mertin: Es lebe der Flattersatz!

Notes of Berlin, Zwischenstand und Abstimmung

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Es wird. Und ich freue mich. Mein Lieblings-Kinofilm im Werden, der sich vorgenommen hat, das tägliche Mit-, Auf- und Gegeneinander anhand von Zettelkommunikation zu verfilmen, heißt nach wie vor Notes of Berlin.  Es wurden kürzlich zwei Aufrufe gestartet, die ich gern weitergebe: Es werden noch Darsteller (siehe Link) gesucht und bis zum 20.12.2014 kann noch für den Lieblings-Nutzerbeitrag abgestimmt werden. Die meisten Herzen gewinnen. Da denke ich mir, dass es nicht falsch sein kann, im Sinne des 3. Advents (Liebe, Friede und verhaltene Freude) einen Aufruf zum Teilen zu starten.  Also, bitte.

#Weihnachten14, Nr. 2, Irgendwas mit Schreiben

VÖ: März 2014, ca. 350 Seiten Smartphone, 1,99 Euro, ISBN 978-3-944543-15-4

Diplomautoren im Beruf, ein mikrotext, Hg. Jan Fischer

Eine sehr lesenswerte Essay-Sammlung, die rund um das Schreiben kreist oder deren zentrale Frage lauten könnte: Wie viel Berufung sollte im Beruf stecken? Gibt es ein Leben hinter dem Diplom und was ist, wenn es keine Ähnlichkeit mit meinen Träumen aufweist?

Ich bespreche Irgendwas mit Schreiben genau jetzt, denn diese Sammlung von Sein, Hoffen, Wünschen und Leiden passt für mich gut in die Vorweihnachtszeit, vorausgesetzt, die Zeit bis Christi Geburt ist tatsächlich der Zeitlauf, in dem das Wünschen noch hilft. Ich bin mir nicht sicher.

Also: Ich wünsche mir

… für Stefan Mesch: Dass sich seine 100 Punkte erfüllen, mit Ausnahme von bspw: 080, zu selbstzentriert, wo bleiben da die Themen, oder verbleibt alles im Ich?  – und gute Zähne. Nachzulesen bei: Stefan Mesch ist krass drauf.

… für Mirko Wenig, Aus dem Alltag eines Fast-Food-Journalisten, dass er seine Sichtweise behält, denn damit scheint mir Leben erträglicher, sogar Igeltode „… er lag da am Straßenrand, die kurzen Gliedmaßen an den Leib geschmiegt …“ bekommen Sinn & eine eigentümliche Schönheit jenseits des schnöden Überfahrenwerdens. Noch ein kleiner Wunsch: Durchhaltevermögen beim Lesen von Versicherungspolicen.

… ich wünsche mir für N.N. Wer bin ich, und wenn ja, wie viele denn noch?‘ eine buddhistische Sichtweise, als Weg vielleicht Mahayana?

… ich wünsche mir für Jan Kuhlbrodt, Das Sozialamt der Freiheit. Nix. Nur immer weiter so.

… ich wünsche mir alles vom Weihnachtsmann für Florian Kessler Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn für klares Denken über die Entstehung von Literatur, das sich ausdrückt in: Chick Lit = anspruchslose Frauenliteratur vs. Speck Lit = anspruchslose, obgleich ästhetische Bürgerkinderliteratur. Ungemein hilfreich in allen Lebenslagen ist auch folgender Ratschlag von Herrn Kessler: Immer an den richtigen Stellen lachen. Warum ich bei diesem Essay an den Zug des Lebens von Radu Mihaileanu denken musste, ich weiß es nicht. Ich werde darüber nachdenken.

Darüber hinaus wünsche ich allen Schreibern, Autoren und Schriftstellern aus Irgendwas mit Schreiben, das sich alles erfüllt, was sie sich für ihr Leben oder temporär (da liegen die interessanten Wünsche) vorgenommen haben. Und natürlich ein rundum glückliches 2015.

 

Irgendwas mit Schreiben.  Mit Beiträgen von Jan Fischer, Florian Kessler, Thomas Klupp, Jan Kuhlbrodt, Stefan Mesch, Alexandra Müller, N.N., Sina Ness, Johannes Schneider, Martin Spieß, Tilman Strasser, Lino Wirag, Mirko Wenig. Sehr empfehlenswert.

#Weihnachten14, Nr. 1

Ich möchte mir noch ein wenig die Zeit vertreiben bis Weihnachten. Mit Lesen. Und aus gegebenem Anlass  vor allen Dingen, aber nicht nur, Weihnachtliches.

Ich beginne mit Weihnachtsgeschichten von Marie Therese Burger, ich las sie schon im letzten Jahr, dieses Jahr wieder, und zwar deshalb, weil diese Geschichte für mich ein wirklich niedliches Flair besitzt, eine besondere Stimmung aufruft.

Seiten: 35, VÖ: 30.11.2013, 1,49 Euro, Neobooks

Herr Toftis Advent

Es war einmal, lange vor der neuzeitlichen Hektik, da lebten Herr Tofti und seine ausladende Frau, die ein niedliches Kaffeestübchen betreiben… Es wintert schwer, ein Schneesturm ist im Anrücken – einige Personen finden sich in der Toftischen Kaffeestube ein – um den Sturm dort warm und unbeschadet zu überstehen, mit Alkohol, Musik und guter Laune.

Als Figuren laufen auf: Der Herr Tofti, der Besitzer des Kaffeestübchens, seine leicht knurrige Frau, das hübsche Hausmädchen Fräulein Putz, Herr Toftis Sohn und die Familie Heer. Das sind die Typen, die das Toftische Kaffeestübchen auf den nächsten Seiten mit ihren Schnurrigkeiten und liebenswürdigen Macken bevölkern.  Die Figuren sind süß typisiert und als ich die Geschichte wieder las, da tanzten die um mich herum wie die Püppchen aus der Augsburger Puppenkiste, zeitlos, nicht ganz real,  aber von einem unbestrittenen Charme. Die aufgerufene Stimmung ist heiter – besinnlich, es ist angenehm zu wissen, dass in diesem E-Book eigentlich nichts Schlimmeres passieren kann, als das die Kaktee im Fenster erfriert. Niedlichst.

Herr Toftis Advent eignet sich nicht nur für die Vorweihnachtszeit, sondern eigentlich immer, wenn es kalt ist, die Sehnsucht nach Heiterem groß und ein Glühwein in der Nähe. Deutlich hervorzuheben ist das Cover. Ich finde es zuckerschön.

Die Wattys 2014

Ich muss gerechterweise sagen, dass meine ausgesprochen üble Laune in der letzten Woche, nicht nur aber auch an meiner Wattpad-Lektüre lag. Denn ich wollte bei oben genanntem Preis mitvoten, Abgabefrist ist der 15.12.2014 in den Kategorien Publikumspreis, Anfängerglück-Preis, HQ Liebes-Preis und Überraschungsauszeichnung.

Wattpad ist ein tolles Medium, bisher kostenlos. Ich muss auch nicht ein komplett durchlektoriertes Werk lesen, was auf mich bei manchen Büchern die Wirkung einer misslungenen Schönheits-Op hat, egal: Wattpad fand ich  schillernd,  frisch, angenehm kostenlos, gut auf dem Handy zu lesen und nicht dominiert von dem Gedanken Wie findet der Leser das  sondern eher so aus der Haltung heraus,  Da geht mir was im Kopf rum,  das schreib‘ ich mal auf .

Da können interessante Sachen herauskommen. Tun sie aber nicht.

Das deutsche Wattpad tritt auf der Stelle, was auch daran liegt, dass  Genre wie z.B. Fan-Fiction überdurchschnittlich oft vertreten ist.  Fan-Fiction ist eine gute Sache, wenn man sehen will, wie aus Tagträumereien vielleicht ein dramatischer Stoff werden könnte. Fan-Fiction ist auch eine gute Sache, wenn man mit Leidensgenossinnen die Sehnsucht nach seinem Idol teilen will. Der größte Knackpunkt an den Geschichten ist, dass die jungen Autorinnen  -Anmerkung: habe leider keinen Autoren gefunden, der zum Beispiel bei Harry Styles steil geht  (schade) – viel Zeit darauf verwenden müssen, die Realität ihrer Traumvorstellung anzugleichen, was denn auch dramaturgische Reiz- oder der neuralgische Punkt des Ganzen ist. Der zentrale Punkt – Harry Styles und ich- wird meist zum zentralen Konflikt -Harry Styles, seine Berühmtheit und ich, die Schülerin.  Manchmal ist er Schüler und trotzdem noch Harry Styles , einmal ist er Lehrer, sieht aber so aus wie H.S. und einmal ist er H.S. von OneDirection und hat seine Band für die Ich-Erzählerin, eine ziemlich sexsüchtige Schülerin, sitzen lassen. Nicht, dass ich jetzt Jungmädchenzimmerliteratur verachten will, aber nach fünf F-F-Dingern war ich doch ermattet, von dem immer drögen Plot, der scherenschnittartigen Figurenzeichnung und der Penetrationswilligkeit der Ich-Erzählerinnen. Leider bieten die Kommentare auch keine Abwechslung mehr, schade, denn über die Kommentare könnte sich eine nette Diskussion entwickeln, geht aber nicht, wenn die Stoffe keine Relevanz besitzen.

Bei so viel Schatten gibt es Licht: Durchweg finde ich die Cover und die Covergestaltung bei fast allen Wattpad-Veröffentlichungen gut. Ob mir das Titelmotiv gefällt oder nicht, die Umsetzung erfolgt – im Gegensatz zu Indie-Autoren auf anderen Plattformen – auf einem höheren Niveau, was Sujet, Farbgebung und die Schriftgestaltung angeht.

Und schon wieder dunkle Wolken, denn leider sind manchmal einfachste Rechtschreibregeln nicht eingeübt. Und wenn es sich tatsächlich so verhalten sollte, dass Sprache immer wieder von ihren Nutzern angepasst und geformt wird, dann wage ich zu behaupten, dass das Komma (ebenso wie die bestimmten und unbestimmten Artikel) vom Aussterben bedroht sind.

Eigentlich hatte ich so für mich gehofft, dass sich ein Stoff bei Wattpad entwickelt, der Leser die Stadien verfolgen kann, vielleicht eine Dramaturgie von außen aufnimmt. Die App bietet gute Möglichkeiten, wie z.B. einen Trailer zu dem Buch einzustellen, alles in einer Hand zu haben, ohne auf einen Vimeo-Link bspw. verweisen zu müssen.

Fazit: Ich hätte sehr gern eine oder mehrere Geschichten von der Wattpad-Plattform für den Wettbewerb vorgestellt. Es ging aber, aus oben genannten Gründen, einfach nicht. Ich glaube einfach, das wird im nächsten Jahr möglich sein.